Roulette-Simulator für Rot- und Schwarz-Serien mit Analyse



Anleitung

Herzlich willkommen zu Ihrem neuen Roulette-Simulator für Rot und Schwarz, genauer gesagt für die auftretenden Serien. Dieses Werkzeug wurde entwickelt, damit Sie das Verhalten der Einfachen Chancen in tausenden Coups untersuchen können, ohne einen Cent zu riskieren. Ich möchte Ihnen hier erklären, wie Sie den Simulator bedienen und vor allem, wie Sie die Ergebnisse richtig deuten. Der Simulator hat in dieser Version einige wichtige Neuerungen erhalten, die ich Ihnen selbstverständlich ebenfalls vorstellen werde.

Beginnen wir mit den Einstellungen. Sie können die Anzahl der Coups frei wählen, von 100 bis zu 100.000. Je höher die Zahl, desto genauer werden die Statistiken, aber auch desto länger dauert die Berechnung. Der Simulator erledigt das für Sie in Sekundenbruchteilen. Gleich neben dem Schieberegler sehen Sie ein kleines Fragezeichen. Wenn Sie es mit der Maus berühren oder auf einem Mobilgerät antippen, erhalten Sie eine kurze Hilfestellung zu dem jeweiligen Einstellfeld. Diese Tooltips finden Sie bei allen Parametern - sie sollen Ihnen auf die Sprünge helfen, falls einmal etwas unklar ist.

Dann haben Sie die Wahl, ob Sie die Zero mit einbeziehen wollen oder nicht. Wenn Sie "Ja" wählen, dann unterbricht Zero jede laufende Serie von Rot oder Schwarz, genau wie im echten Casino. Die Wahrscheinlichkeit beträgt dann 18/37 für Rot, 18/37 für Schwarz und 1/37 für Zero. Wählen Sie "Nein", dann spielen Sie nur mit Rot und Schwarz zu je 50 Prozent. Beide Varianten sind sinnvoll, je nachdem, ob Sie die Zero mitdenken wollen oder nicht. Damit Sie den Einfluss der Zero aber gar nicht erst mühsam selbst vergleichen müssen, habe ich eine automatische Vergleichsfunktion eingebaut. Dazu komme ich gleich.

Zuletzt können Sie eine Mindestlänge festlegen, ab der die detaillierte Serienliste weiter unten gefüllt wird. Wenn Sie zum Beispiel nur an sehr langen Serien ab zehn interessiert sind, stellen Sie den Wert einfach höher. Voreingestellt ist 8, ein guter Wert, um die Extreme im Blick zu behalten.

Sobald Sie Ihre Wahl getroffen haben, starten Sie die Simulation mit einem Klick auf den großen blauen Button. Damit Sie immer wissen, was gerade passiert, ändert sich während der Berechnung die Beschriftung des Knopfes in "Simulation läuft..." und er lässt sich nicht mehrfach anklicken. Die Ergebnisse erscheinen, sobald der Rechenvorgang abgeschlossen ist. Bei 100.000 Coups kann das einen kleinen Moment dauern, aber keine Sorge - Sie werden sofort informiert, wenn alles fertig ist.

Ganz oben in den Resultaten sehen Sie nun eine kompakte Übersicht, die ich für Sie erweitert habe. Neben der Gesamtzahl der simulierten Coups und der Verteilung auf Rot, Schwarz und gegebenenfalls Zero finden Sie hier jetzt auch die Summe aller Serien, die mindestens zweimal hintereinander aufgetreten sind - getrennt nach Rot und Schwarz. Direkt darunter wird die längste beobachtete Serie angezeigt. So haben Sie die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick, ohne erst nach unten scrollen zu müssen.

Fangen wir nun mit den fünf großen Karten an, die Ihnen einen detaillierten Überblick geben. Die erste Karte zeigt Ihnen die Gesamtzahl aller Serien auf Rot, die mindestens zweimal hintereinander gefallen sind. Das sind also alle 2er, 3er, 4er und so weiter, addiert. Die zweite Karte zeigt dasselbe für Schwarz. Diese beiden Zahlen sind in der Regel sehr ausgeglichen, was zeigt, dass der Zufall fair arbeitet.

Die nächsten beiden Karten verraten Ihnen die längste aufgetretene Serie für Rot und für Schwarz. Hier sehen Sie die wahren Extreme. Bei 10.000 Coups kann es durchaus vorkommen, dass eine Farbe 15 oder 16 Mal hintereinander erscheint. Das ist völlig normal und genau das müssen Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie mit Progressionsstrategien arbeiten.

Die fünfte Karte ist violett gefärbt. Sie zählt alle Serien zusammen, die Ihre eingestellte Mindestlänge erreichen oder überschreiten. Wenn Sie also die Mindestlänge auf 8 gesetzt haben, sehen Sie hier, wie viele 8er, 9er, 10er usw. es insgesamt gab. Das ist die Summe der langen Serien über beide Farben.

Unter diesen fünf Hauptkarten finden Sie sechs kleine Karten, die eine Neuerung darstellen. Hier werden die exakten 2er, 3er und 4er Serien getrennt nach Rot und Schwarz aufgelistet. Sie können also ganz genau ablesen, wie oft eine Farbe genau zweimal, genau dreimal oder genau viermal hintereinander kam. Das ist besonders aufschlussreich, weil die kurzen Serien die häufigsten sind und die Basis vieler Systeme bilden.

Nun kommt das Diagramm, und hier gibt es gleich zwei neue Funktionen, die ich Ihnen ans Herz legen möchte. Das Diagramm trägt die Überschrift Serienverteilung und zeigt Ihnen für jede Serienlänge von 1 bis zur längsten aufgetretenen Länge die Anzahl der roten und schwarzen Serien als Balken. Sie sehen sofort, wie die Häufigkeiten abnehmen: die 2er sind am zahlreichsten, dann kommen die 3er, dann die 4er und so weiter. Die ganz langen Serien sind nur noch als ganz kleine Balken oder sogar nur als Punkt zu erkennen. Das ist ein sehr anschaulicher Weg, die Verteilung zu erfassen.

Zusätzlich sehen Sie in diesem Diagramm nun eine gestrichelte Linie. Sie trägt die Bezeichnung "Theoretisch" und zeigt Ihnen, wie viele Serien jeder Länge rein rechnerisch zu erwarten wären. Die zugrunde liegende Formel ist einfach: Bei einer unendlichen Zufallsfolge beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine rote Serie der Länge k (mit Zero) genau (18/37)^k mal (19/37), multipliziert mit der Gesamtzahl der Coups. Diese Linie hilft Ihnen, die tatsächlich simulierten Werte mit dem theoretischen Ideal zu vergleichen. Weicht die Simulation ab, sehen Sie das auf den ersten Blick. Eine weitere Verbesserung betrifft die Höhe des Diagramms: Es passt sich jetzt automatisch an die Anzahl der dargestellten Balken an. Bei vielen Serienlängen wird es höher, bei wenigen bleibt es kompakt. So wirkt die Grafik nie gequetscht oder überdimensioniert.

Direkt unter dem Diagramm finden Sie einen Button mit der Aufschrift "CSV exportieren". Wenn Sie auf diesen Knopf drücken, wird die gesamte Serienverteilung als CSV-Datei heruntergeladen. Diese können Sie dann in Excel, Google Sheets oder einem anderen Tabellenprogramm öffnen und weiterverarbeiten. Die Datei enthält vier Spalten: Länge, Rot, Schwarz und Erwartet. So haben Sie alle Daten auch außerhalb des Browsers zur Hand.

Ganz unten schließlich folgt die detaillierte Serienliste. Hier werden alle Serien aufgeführt, die Ihre eingestellte Mindestlänge erreichen. Jede Serie ist als kleines Kästchen dargestellt, zum Beispiel Rot 8-mal oder Schwarz 12-mal. Die Reihenfolge ist chronologisch, also so, wie die Serien im Ablauf der Coups tatsächlich gefallen sind. Das ist wichtig, wenn Sie zum Beispiel untersuchen wollen, wie oft eine lange Serie direkt auf eine andere folgt oder wie die Abstände zwischen den langen Serien sind.

Weil diese Liste bei 100.000 Coups sehr lang werden kann, wird sie auf die ersten 100 Einträge begrenzt. Sollten mehr als 100 lange Serien vorkommen, erscheint darunter ein Link, mit dem Sie die vollständige Liste einblenden können. So bleibt die Seite übersichtlich, und Sie können trotzdem bei Bedarf alle Details sehen.

Nun möchte ich Ihnen die vielleicht stärkste Neuerung vorstellen: die automatische Vergleichstabelle. Unterhalb der Serienliste finden Sie eine Tabelle mit der Überschrift "Vergleich: Mit Zero vs. Ohne Zero". Sobald Sie eine Simulation starten, wird automatisch beides gerechnet - einmal mit Zero, einmal ohne - und die wichtigsten Kennzahlen werden gegenübergestellt. Sie sehen auf einen Blick, wie sich die Zero auf die Anzahl der Serien, die längsten Serien und die Verteilung der Farben auswirkt. Sie müssen dafür keinen separaten Knopf drücken; der Vergleich geschieht immer mit. Das spart Zeit und gibt Ihnen ein unmittelbares Gefühl für den Einfluss der Null.

Beachten Sie: Wenn Sie die Zero aktiviert haben, dann zählt jede Zero als Unterbrechung. Das heißt, eine Serie endet immer dann, wenn Zero erscheint. Eine Null selbst ist nie Teil einer Farbserie. Das entspricht der Realität am Tisch.

Mein Rat an Sie: Spielen Sie mit den Einstellungen. Variieren Sie die Coupzahl und beobachten Sie, wie die Zahlen wachsen. Vergleichen Sie die Werte mit und ohne Zero direkt in der neuen Tabelle. Nutzen Sie die theoretische Linie im Diagramm, um ein Gefühl für die mathematischen Erwartungen zu entwickeln. Und wenn Sie die Daten für eigene Berechnungen brauchen, zögern Sie nicht, den CSV-Export zu verwenden. Sie werden schnell ein Gefühl dafür bekommen, was der Zufall so alles anstellen kann. Und dieses Wissen ist Gold wert, wenn Sie später echtes Geld auf den Tisch legen.

Denken Sie immer daran: Dieser Simulator zeigt Ihnen die reine Mathematik. Das Glück und Pech des einzelnen Spielers kann er nicht abbilden. Aber er zeigt Ihnen die Grenzen des Möglichen. Und diese Grenzen sind weiter, als viele glauben. Testen Sie deshalb immer wieder, bevor Sie sich auf eine neue Strategie verlassen. Denn wer die Extreme kennt, der kann sie einordnen und bleibt cool, wenn sie tatsächlich eintreten.

Ich wünsche Ihnen viele aufschlussreiche Stunden mit diesem Werkzeug und natürlich auch das nötige Quentchen Glück, wenn es dann ans echte Spiel geht.

Rot-Schwarz-Serien-Simulator für die Einfachen Chancen

Simulationseinstellungen

Resultate

Serienverteilung Rot/Schwarz
LängeRotSchwarz
100
2691602
3299300
4137146
56165
63533
71118
889
937
1013
1121
1210
1310

Vergleich: Mit Zero vs. Ohne Zero

MerkmalMit ZeroOhne Zero

Wer entwickelte den ersten Roulette-Simulator?

Der erste Roulette-Simulator der Geschichte war kein Programm auf einem Bildschirm. Er war ein kleines Kästchen, das an einem Gurt um die Hüfte getragen wurde. Gebaut haben ihn zwei Männer, deren Namen man kennen sollte: Edward O. Thorp und Claude Shannon. Es ist die Geschichte eines genialen Einfalls, der seiner Zeit weit voraus war.

Edward Thorp war Mathematiker und hatte bereits in den Fünfzigerjahren erkannt, dass Roulette kein reines Glücksspiel sein muss. Die Physik der rollenden Kugel folgt Gesetzen, die man berechnen kann. Das Problem war die Zeit. Ein Mensch ist viel zu langsam, um die Geschwindigkeit von Kugel und Rad zu messen und daraus einen Treffer vorherzusagen. Also brauchte Thorp eine Maschine, die diese Rechnung in Sekundenbruchteilen erledigt. Er wandte sich an Claude Shannon, einen der Väter der Informationstheorie und einen begnadeten Erfinder. Shannon arbeitete damals am renommierten Massachusetts Institute of Technology, kurz MIT.

Die beiden Männer verstanden sich auf Anhieb. In Shannons Kellerwerkstatt begannen sie mit der Entwicklung des ersten tragbaren Computers der Welt. Das war im Jahr 1960, lange bevor jemand an Laptops oder Smartphones dachte. Die damaligen Computer füllten ganze Räume, aber das Gerät von Thorp und Shannon sollte in eine Zigarettenschachtel passen. Ein ehrgeiziges Ziel, das sie tatsächlich erreichten. Der fertige Rechner bestand aus nur zwölf Transistoren und wurde am Körper getragen, verborgen unter der Kleidung. Ein Gurt um die Hüfte hielt das Gehäuse, die Verkabelung war unsichtbar verlegt.

Die Bedienung war ebenso raffiniert wie die Technik selbst. Im Schuh des Spielers waren winzige Schalter versteckt, die mit den Zehen betätigt werden konnten. Sobald die Roulette-Kugel eine bestimmte Markierung am Kessel passierte, drückte der Spieler den ersten Schalter. Ein zweiter Druck erfolgte beim nächsten Umlauf. Der Computer maß so die Zeitspanne zwischen diesen beiden Punkten und berechnete daraus die Geschwindigkeit von Kugel und Rad. Er ermittelte die Abbremsung und bestimmte den Sektor, in dem die Kugel voraussichtlich landen würde. Das Ergebnis wurde dem Spieler über einen kleinen Ohrhörer mitgeteilt, der codierte Töne abspielte. Ein hoher Ton konnte für eine bestimmte Zone stehen, ein tiefer Ton für eine andere.

Im Sommer 1961 wagten Thorp und Shannon den großen Test. Sie reisten nach Las Vegas, ins Herzen der Glücksspielindustrie. In den Casinos am Strip spielten sie mehrere tausend Coups mit ihrem geheimen Gerät. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. Der Computer lieferte einen durchschnittlichen Vorteil von 44 Prozent. Das heißt, auf lange Sicht hätte man mit dieser Methode 44 Cent pro gesetztem Dollar gewinnen können. Ein Wert, der jedes Martingale- oder Progressionssystem in den Schatten stellt. Doch die beiden Wissenschaftler waren nervös. Sie fürchteten, entdeckt zu werden. Schon damals waren technische Hilfsmittel in Casinos streng verboten. Nach wenigen Tagen brachen sie die Versuche ab und kehrten nach Massachusetts zurück. Sie hatten bewiesen, dass es möglich war, und das genügte ihnen.

Das Gerät selbst verschwand zunächst in einer Schublade. Erst Jahre später erfuhr die Öffentlichkeit von dieser Pioniertat. Heute ist der erste tragbare Computer im MIT Museum in Boston ausgestellt. Er ist ein Zeugnis dafür, wie weit der menschliche Erfindergeist reicht, wenn er sich mit den Gesetzen der Physik verbindet. Thorp und Shannon legten mit ihrer Arbeit den Grundstein für alles, was später kam. Die Eudaemons in den Achtzigern, Keith Taft mit seinen verblüffenden Konstruktionen und letztlich auch die modernen Simulationsprogramme, wie wir sie heute kennen, sind alle in dieser einen Idee verwurzelt: die Berechenbarkeit des Zufalls zu nutzen.

Die Mathematik, die Thorp und Shannon anwandten, ist im Kern die gleiche, die auch heutige Roulette-Simulatoren antreibt. Der Unterschied liegt allein in der Technik. Damals musste ein genialer Kopf mit zwölf Transistoren auskommen, heute stehen uns leistungsstarke Prozessoren und unbegrenzte Rechenkapazität zur Verfügung. Damals riskierte man seine Freiheit, wenn man mit einem selbstgebauten Schuh-Computer erwischt wurde. Heute sind solche Simulationen legal und für jedermann zugänglich. Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man sich mit der Geschichte des Spiels beschäftigt. Sie ist voller mutiger Erfinder und kühner Ideen, die oft im Verborgenen blühten und erst viel später ans Licht kamen.